Auto Abo

Auto Abo

Ein Auto kaufen oder leasen – das kennen wir. Auch Carsharing ist heute eine bekannte Variante, wenn es um das Leihen von Fahrzeugen geht. Relativ neu ist das sogenannte Auto-Abo.

Auch wenn der Zeitungs- und Zeitschriftenmarkt in den letzten Jahren stark mit der Abnahme der Abonnenten zu kämpfen hat, sind Abonnements von Netflix & Co in einem anderen Bereich in den letzten Jahren wieder salonfähig geworden. Seit dem letzten Jahr stark im Steigen ist auch das Angebot an Auto-Abos. Diese neue Mobilitätsoption haben wir uns genauer angesehen.


Was ist ein Auto-Abo?

Wenn man besonders flexibel sein möchte, aber dennoch nicht auf die neuesten Trends der Automobilbranche verzichten möchte, könnte das Auto-Abo eine interessante Option darstellen. Beim Abo eines Autos zahlt der Nutzer einen Monatsbeitrag, der in den meisten Fällen alle laufenden Kosten abdeckt. In den Abo-Preisen sind Versicherungen, Steuern und auch in den meisten Fällen die Wartung – Reifenservice, Verschleißteile, Überprüfung – inklusive. Lediglich den Sprit oder den Strom müssen die Nutzer bezahlen. Die Fahrzeuge, die man in einem Abo nutzen kann, sind großteils vorkonfiguriert und Änderungen an der Ausstattung können nicht vorgenommen werden. Die Dauer des Abos liegt in den meisten Fällen zwischen einem und sechs Monaten.

Worin liegt der Unterschied zu Leasing oder Carsharing?

Das Auto-Abo reiht sich zwischen den beiden weiteren Optionen Leasing und Carsharing ein. Während beim Carsharing die kurzfristige Nutzung – über Stunden oder Tage – im Vordergrund steht, beim Leasing die Dauer zwischen einem und vier Jahren liegt, siedelt sich das Abo genau dazwischen an. Ein weiterer Unterschied liegt darin, dass man sich beim Leasing für ein Auto entscheiden muss und in den meisten Fällen das Auto am Ende der Leasingdauer durch eine Restzahlung in den eigenen Besitz übergeht.

Beim Auto-Abo steht allerdings die Flexibilität im Vordergrund, auch wenn manche Anbieter eine Kaufoption anbieten. Es gibt auch herstellerübergreifende Angebote, damit der Nutzer sich nicht an eine Marke bindet und so auch unterschiedliche Fahrzeuge nutzen kann. Im Bereich der E-Mobilität bietet dies einen großen Vorteil und wird von einigen Menschen auch als Test für Elektroautos in Anspruch genommen.

Auch wenn vergleichbar zum Auto-Abo beim Leasing das Auto nicht in eigenem Besitz ist, stellt Leasing unterm Strich die beste Option für Nutzer dar, die das Fahrzeug nach ihren eigenen Wünschen konfigurieren wollen, den Anschaffungspreis für einen Kauf allerdings nicht aufbringen möchten. Das Auto-Abo ist hingegen eher für Personen gedacht, die keine Ambition haben, ein Auto selbst zu besitzen, aber trotzdem nicht auf die neuesten Technologien oder Modelle verzichten wollen. Auch wenn das Auto nicht nach eigenen Wünschen zusammengestellt werden kann, bietet ein Auto-Abo allerdings eine komplette Kostenkontrolle für den Nutzer. Carsharing gilt eher als Option für Menschen, die Autos gelegentlich nutzen möchten und diese rein als Mittel zum Zweck – für Urlaubsfahrten oder ähnliches – sehen. Für die tägliche Nutzung ist Carsharing auf Dauer allerdings zu teuer.

Voraussetzungen für den Abschluss

Bei den Voraussetzungen für ein Auto-Abo unterscheiden sich die Anbieter teilweise sehr stark. Die Vertragslaufzeit, die Kündigungsfristen und natürlich auch die Preise sind hier die größten Unterschiede. Es lohnt sich somit auf jeden Fall, die einzelnen Anbieter genau zu vergleichen. Zum Start des Abos ist bei vielen Anbietern außerdem noch eine Startgebühr fällig.

Das Mindestalter für den Abschluss eines Abos liegt bei den meisten Anbietern zwischen 18 und 23 Jahren. Manche Anbieter gehen hier sehr stark in die Richtung der Führerscheinneulinge, andere erlauben allerdings den Abschluss eines Abos erst ab einem Alter von 21 Jahren. Das Höchstalter ist bei den Anbietern ebenfalls unterschiedlich – das maximale Alter liegt bei 75 Jahren. Eine weitere Voraussetzung ist der Wohn- oder Firmensitz in Deutschland. Mit einer negativen Schufa ist ein Abschluss eines Abos nicht möglich. In einigen Fällen ist auch ein EU-Führerschein eine Grundvoraussetzung.

Worauf man beim Auto Abo achten sollte und für wen es sich lohnt

Zusammengefasst lohnt sich ein Auto-Abo für jene Autofahrer, die möglichst unkompliziert das Fahrzeug nutzen möchten. Die Wartezeiten auf das Auto sind einerseits deutlich kürzer als bei einem Kauf oder beim Leasing eines Autos, andererseits muss man sich in den meisten Fällen um gar nichts mehr kümmern – wie schon erwähnt sind beinahe alle Kosten durch das Abo abgedeckt. Personen, die gerne ein Auto über mehrere Jahre hinweg fahren möchten, werden vermutlich mit einem Abo keine Freude haben

Wenn der Nutzer also auf den Papierkram, der beim Kauf oder Leasing eines Fahrzeuges anfällt, verzichten möchte und für einen begrenzten Zeitraum ein Auto braucht, der ist beim Abo richtig. Außerdem haben sich die Vorzeichen in Bezug auf ein Auto in den letzten Jahren geändert. Der Kauf eines Autos bedeutete vor einigen Jahren noch einen gewissen Status und Unabhängigkeit. Unabhängigkeit heute bedeutet allerdings die größtmögliche Flexibilität und immer am neuesten technischen Stand zu sein. Diesen Punkt kann ein gekauftes Fahrzeug auf keinen Fall bieten. Außerdem fällt im Abo der überraschende Moment weg, wenn man die Rechnung der Wartung des Fahrzeuges sieht.

Zwei Punkte, die man beachten sollte, wenn man über ein Auto-Abo nachdenkt, sind die Kilometerbegrenzung und die Kündigungsfrist. Die Startpreise, mit denen die Anbieter werben, sind meistens mit einer eher niedrigen Anzahl an inkludierten Kilometern kalkuliert – hier sollte man sich sehr gut darüber Gedanken machen, wie viel man im Monat ungefähr fahren wird, denn jeder Kilometer darüber kostet extra.

Ein weiterer Punkt sind die Kündigungsfristen. Während bei manchen Anbietern die Abos nach der vereinbarten Zeit auslaufen, verlängern sich andernorts diese automatisch. Ansonsten geht das Ende eines Abos ähnlich unkompliziert über die Bühne, wie der Start. Ein Rückgabetermin wird vereinbart, bei der Rückgabe wird ein Rückgabeprotokoll (ähnlich, wie bei einem klassischen Mietwagen) ausgefüllt und unterschrieben. Nützlich ist es in diesem Fall unter Umständen, dass man vor der Rückgabe einen neutralen Gutachter zur Rate zieht, der das Fahrzeug auf Schäden überprüft.

Vorteile und Nachteile eines Auto-Abos

Nach diesem Ein- und Überblick in die Thematik des Auto-Abos möchten wir noch die Vor- und Nachteile zusammenfassen. Unterm Strich kann man behaupten, dass die Kostenkontrolle und die Flexibilität unter den positiven Punkten besonders herausstechen. Die Minuspunkte, die vermutliche so manchen Interessenten abschrecken sind die Freikilometergrenzen und die nicht vorhandene Möglichkeit, das Fahrzeug selbst, nach eigenen Wünschen, zusammenzustellen.

Die Vorteile

  • Keine hohen Anschaffungskosten
  • Kalkulierbare, fixe Kosten und keine Überraschung bei der Wartung
  • Kurze Vertragsdauer und damit verbundene Flexibilität
  • Fahrzeuge sind am neuesten Stand der Technik
  • Es gibt Anbieter mit herstellerübergreifendem Angebot (keine Bindung an eine Marke)
  • Niederschwelliger Einstieg in das Thema E-Auto
  • Keine Risiko durch Wertverlust

Die Nachteile

  • In manchen Fällen fallen Startgebühren an
  • Inkludierte Freikilometer sind teilweise sehr niedrig
  • Das Auto gehört dem Nutzer nicht
  • Das Fahrzeug kann (meistens) nicht nach eigenen Wünschen konfiguriert werden

Anbieter

Neben Autovermietern haben auch Autohersteller das Abo für sich entdeckt und die Vielfalt am Markt ist mittlerweile sehr groß. Dazu kommen in letzter Zeit außerdem noch unterschiedliche Startups, die dieses Segment für sich entdeckt haben. Ein paar der Anbieter haben wir uns näher angesehen. Viele der Anbieter haben extra Raten für Business-Kunden. Bei unseren Beschreibungen gehen wir allerdings von den Raten für private Nutzer aus.

Care by Volvo

Das Abo-Modell von Volvo kombiniert Full-Service-Leasing mit einer Langzeitmiete, ohne versteckte Kosten. Das günstigste Modell ist der Kompakt-SUV XC40 um € 479,- pro Monat. Die Kilometer sind auf 10.000 pro Jahr beschränkt. Ein Vorteil von Volvo – man hat sogar die Option, sein Fahrzeug selbst zu konfigurieren. Das bedeutet allerdings auch, dass die Wartezeit sich dadurch verlängert.

Cluno

Diesen Anbieter gibt es bereits seit 2017 – die Gründerinnen und Gründer waren schon vorher in unterschiedlichen Sparten der Automobilbranche tätig. Auch hier ist das günstigste Modell der Fiat 500 mit einem monatlichen Betrag von € 199,-. Bei Cluno sind im Paket pro Monat jeweils 1.250 Kilometer inklusive und es gibt eine Auswahl der Laufzeit von 6, 12 oder 18 Monaten.

Echt Flat

Hinter Echt Flat steht ein Autohaus in Niedersachsen. Die Modelle sind auf den Hersteller Opel beschränkt und werden nach Hause geliefert. Den Opel Crossland gibt es hier ab einem Preis von € 334,- pro Monat. Dieser Preis beinhaltet 1.000 Kilometer pro Monat, eine Laufzeit von 12 Monaten und eine Kasko-Selbstbeteiligung von € 1.000,–.

Faaren

Die 5 Gründer – sie haben gemeinsam E-Commerce studiert – hatten 2017 die Idee für Faaren. Wenn man möchte, kann man bei diesem Anbieter jeden Monat ein anderes Auto fahren.  Die Laufzeit des Abonnements ist allerdings auch sehr flexibel – beginnend bei einem Monat bis zu 36 Monaten ist hier alles möglich. Die inkludierten Kilometer starten bei 1.250 pro Monat. Das günstigste Modell ist der Smart ForFour Electric Drive mit € 219,- pro Monat (bei 24 Monaten Laufzeit mit 1.250 Kilometern pro Monat)

finn.auto

Der Anbieter verspricht Flexibilität durch kurze Laufzeiten und kostenlose Lieferung bis vor die Haustüre. „So einfach, wie der Schuhkauf im Internet“ – dieser Beisatz kommt vermutlich daher, weil die Zalando-Gründer bei einer Finanzierungsrunde bei diesem Startup eingestiegen sind. Einen Fiat 500 bekommt man im Abo (13 Monate Laufzeit) um € 249,- pro Monat inklusive 1.000 Kilometern. finn.auto bietet auch einen Flex-Vertrag an (mit einem Monat Kündigungsfrist). Diese Flexibilität erhöht die Monatsrate für den Fiat 500 auf € 459,-

Hyundai Auto Abo

Relativ neu ist das Auto-Abo von Hyundai. Dieses gibt es ohne Mindestlaufzeit, allerdings mit 3 Monate Kündigungsfrist. Hyundai verspricht kurze Wartezeiten. Das günstigste Modell im Sortiment ist der Hyundai New i20 Select um € 183,90 inkl. 200 Kilometern pro Monat. Allerdings kann hier das Kilometerpaket möglichst flexibel von 200 Kilometern bis auf 2.500 Kilometern pro Monat ausgewählt werden.

like2drive

Bei diesem Anbieter kann sich der Nutzer für eine Laufzeit von 6, 12, 18 oder 24 Monateb entscheiden – somit fällt eine grundsätzliche Kündigungsfrist weg. Bei like2drive läuft alles digital ab. Es ist keine Unterschrift oder ein Versand von Unterlagen nötig. Der Abonnent stimmt online einer Bonitätsprüfung zu. Das günstigste Modell ist der Fiat 500 Hybrid Lounge um € 199,- pro Monat inkl. 1.000 Kilometern.

PSA Auto Abo

PSA wirbt mit dem Spruch „das Auto-Abo mit Autohaus Garantie“ und verbindet hier die Expertise als Händler mit dem Trend des Abos. PSA kann dadurch mit schneller Verfügbarkeit punkten, die Auswahl der Modelle ist dafür bei diesem Anbieter nicht so groß, wie bei anderen Anbietern. Starten kann man mit dem Peugeot 108 um € 289,- bei 12 Monaten Abo-Laufzeit und 1.000 inkludierten Kilometern pro Monat.

Porsche Bank Auto Abo

Die Porsche Bank hat die verfügbaren Fahrzeuge im Abo in die Kategorien E-Car, Compact, Family und Special unterteilt. Dahinter verbergen sich Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Seat und Skoda. Das günstigste Modell ist der Skoda Fabia Kombi mit einem Preis von € 399,- pro Monat. Die Vertragslaufzeit von 12 Monaten beinhaltet 500 Kilometer pro Monat. Spannend ist die Kategorie Special, wo man sich für den Sommer zum Beispiel das T-Roc Cabrio abonnieren oder mit dem California eine längere Urlaubsreise antreten kann.


Sixt+

Sixt ist vielen als Mietwagenanbieter bekannt. Der Anbieter ist in 105 Ländern vertreten und nutzt die bestehende Infrastruktur, um auch in den Auto-Abo Markt einzusteigen. Sixt+ verspricht eine Verfügbarkeit des gewünschten Fahrzeuges innerhalb von 5 Tagen. Die Preise starten bei € 349,- pro Monat mit 500 Kilometern inkludiert. Die Laufzeit beträgt 30 Tage und wird automatisch am Ende der Laufzeit wieder um 30 Tage verlängert, bis der Nutzer selbst das Abo beendet.

Zum Sixt Auto Abo haben wir alle Details, Preise und Fahrzeuge zusammengestellt.

ViveLaCar

Ein Startup, welches 2019 gegründet wurde mit mittlerweile ca. 500 Standorten in Deutschland. Der Anbieter hat alle gängigen Automarken im Sortiment, die im Hintergrund als Partner von ViveLaCar aktiv sind und somit eine sehr schnelle Verfügbarkeit garantieren. Das günstigste Modell im Angebot ist ein Hyundai i10 Trend mit 200 Kilometern um € 183,90 pro Monat. Als Kaution ist eine Aborate fällig und die Kündigungsfrist beträgt 3 Monate.

Fazit

Wenn man die Vorteile und Nachteile objektiv betrachtet, kann ein Auto-Abo für Nutzer, egal ob privat oder auch gewerblich, durchaus Sinn machen, wenn man möglichst flexibel auf die Bedürfnisse reagieren will. Auch wenn die monatlichen Raten der einzelnen Anbieter auf den ersten Blick hoch wirken, muss man für sich selbst und seine Bedürfnisse ganz transparent die anfallenden Kosten eines eigenen Fahrzeuges mit der monatlichen Flat Rate vergleichen. Erst so kann man die beste Option für die eigenen Bedürfnisse herausfinden.