Carsharing

Carsharing spart Zeit und Geld

Gerade Großstadtbewohner kennen es: Mitten in der City fällt es oftmals schwer, einen Parkplatz zu finden. Und allgemein ist ein eigenes Auto nur selten notwendig, da direkt vor der Haustür die öffentlichen Verkehrsmittel zur Verfügung stehen und Geschäfte um die Ecke sind.

Wer also nur gelegentlich mit dem Auto unterwegs ist, für den stellt Carsharing eine interessante Alternative dar. Doch was genau gilt es beim Carsharing zu beachten? Welche Vorteile bietet es, für wen ist es geeignet und wie funktioniert es? Auf diese und noch weitere Fragen geht der folgende Beitrag ein.

Unsere Carsharing-Sonderthemen

Vorteile von Carsharing im Überblick

  • Es entstehen keine Anschaffungskosten und gewöhnlichen Entgelte für Versicherungen, KFZ-Steuern oder andere Fixkosten, die bei einem eigenen Fahrzeug anfallen würden

  • Nutzer von Carsharing Fahrzeugen müssen sich nicht um Instandhaltungen wie TÜV und Inspektionen, oder Behördengänge wie An- und Abmeldungen kümmern. Auch das Tanken und Entwerten von Parkscheinen entfällt.

  • Wer spontan ein Auto benötigt, findet in großen Städten eine große Auswahl unterschiedlicher Anbieter und Fahrzeugklassen. Die Fahrzeuge lassen sich in nur wenigen Schritten öffnen und starten. Hierfür stehen Kundenkarten und Smartphone-Apps zur Verfügung.

  • Dauert es bei einer Fahrt doch einmal länger, ist die Nutzung von einem Carsharing Auto flexibel. Nutzer müssen das Fahrzeug beim Free Floating nicht zu einem vereinbarten Zeitpunkt abstellen.

Für wen ist Carsharing geeignet?

Wer sich für Carsharing interessiert, sollte zunächst anhand einzelner Punkte klären, ob es für den eigenen Bedarf geeignet ist:

  • Fahrleistung: Carsharing lohnt sich für Autofahrer, die im Jahr weniger als 10.000 Kilometer fahren. Dies entspricht etwa 27 Kilometern pro Tag. Bei über 10.000 Kilometern im Jahr ist Carsharing teurer und rechnet sich nicht mehr. Bei einzelnen Anbietern lohnt sich je nach Tarif sogar eine Fahrleistung bis zu 20.000 Kilometern im Jahr.

  • Fahrverhalten: Wer für den Arbeitsweg kein Auto benötigt und beispielsweise problemlos die Arbeitsstätte zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreicht, für den lohnt sich in der Regel kaum eine Anschaffung. Allerdings kann ein Auto bei Fahrten für größere Einkäufe oder Transporte sinnvoll sein. Hierfür eignet sich Carsharing hervorragend.

  • Stadtbewohner: Vor allem für Stadtbewohner lohnt sich Carsharing, da Parkplätze ohnehin überlastet sind. Wer also regelmäßig Bus und Bahn nutzt, für den ist die gelegentliche Anmietung von einem Carsharing Fahrzeug interessant. Auch die One-Way-Miete zum Club oder zur Feier bei Freunden macht absolut Sinn. Hat man dann etwas getrunken, geht es mit Bahn oder Taxi zurück.
Carsharing
Beim Anbieter MILES wird pro Kilometer statt pro Minute abgerechnet

Welche Variante ist die richtige?

Haben Interessenten das Teilen von Autos für sich entdeckt und möchten direkt einsteigen, müssen Sie sich nur noch für eine bestimmte Variante entscheiden. Hierfür stehen gerade im deutschen Raum 3 Varianten zur Auswahl:

  • Free-Floating: Diese Variante ist vor allem aus Großstädten bekannt. Die Fahrzeuge sind frei in der Stadt verteilt und haben keinen bestimmten Stellplatz. Dies bietet ein großes Maß an Flexibilität, da Nutzer irgendwo einsteigen und das Auto irgendwo wieder abstellen können. Die Buchung funktioniert schnell und einfach über eine Smartphone App oder Kundenkarte. Selbst die Suche ist schnell und einfach mit dem Handy erledigt. Hier erfährt der Nutzer Just in Time, wo das nächste freie Free-Floating Fahrzeug steht. Bekannte Anbieter hierfür sind etwa Share Now, MILES oder Sixt Share.

  • Carsharing an Stationen: Weniger flexibel, aber dennoch interessant, ist das Carsharing an bestimmten Stationen. Hierbei stehen die Fahrzeuge an einem festen Standort und müssen dort nach der Nutzung auch wieder abgestellt werden. Flinkster ist hierfür ein Beispiel.

  • Privates Carsharing: Anders als große Autovermietungen, bieten bei dieser Carsharing Variante private Personen Ihre Autos an. Dabei nehmen Interessenten Kontakt über Internetplattformen mit dem Anbieter auf. Hier findet gleichzeitig auch die Buchung statt.

Carsharing Stationen schnell und einfach erreichen

Feste Mietstationen befinden sich in der Regel in unmittelbarer Nähe zu öffentlichen Plätzen und Verkehrsknotenpunkten. Dazu gehören beispielsweise größere Bahnhöfe oder Endstationen von öffentlichen Verkehrsmitteln.

Somit besteht die Möglichkeit, direkt von einem Verkehrsmittel direkt auf das Auto umzusteigen, damit es zu keiner Unterbrechung kommt. Wer also beispielsweise mit der Bahn in einer Großstadt wie Hamburg anreist, kann sich noch im Zug für ein entsprechendes Fahrzeug per Smartphone App entscheiden und dieses buchen. Das Prinzip läuft hierbei ähnlich wie bei herkömmlichen Autovermietungen ab, geht nur schneller und unkomplizierter.

Aber auch an großen Verkehrsknotenpunkten wie Flughäfen stehen zahlreiche stationäre und freie Carsharing Angebbote zur Auswahl. Diese sind meist im Terminal ausgeschildert, sodass Reisende schnell und unkompliziert den entsprechenden speziellen Parkplatz mit Carsharing Fahrzeugen erreichen.

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Bei stationären Anbietern müssen die Autos wieder an einen festen Ort zurück

Auch kombiniertes Carsharing ist möglich

Während einige Unternehmen lediglich ein Modell (stationäres oder Free-Floating Carsharing) anbieten, haben sich andere auf beide in Kombination spezialisiert.

Hierbei haben Kunden kurzerhand die Möglichkeit, sich ein Fahrzeug an einer Station abzuholen, oder in ein beliebiges Free-Floating Auto um die Ecke einzusteigen. Dadurch erhalten sie maximale Flexibilität und können die Fahrt genau Ihren Ansprüchen und Vorstellungen anpassen.

Schon jetzt steht kombiniertes Carsharing in Städten wie Hannover, Mannheim, Frankfurt oder Osnabrück zur Verfügung. Auch hier wächst das Angebot stetig.

Auch neue Abrechnungsformen wie eine Berechnung nur per Kilometer (bei MILES Carsharing) sind im Kommen.


Wie funktioniert Carsharing?

  • Um bei den am meisten genutzten Carsharing Varianten Free-Floating oder an einer Station ein Auto anzumieten, ist zunächst eine Anmeldung bzw. Registrierung erforderlich. Diese ist in nur wenigen Schritten abgeschlossen.

  • Hierfür bieten viele Anbieter eine eigens entwickelte Smartphone App an, in der Nutzer all ihre persönlichen Daten und Informationen angeben. Auch Anmeldungen über die Webseite des Anbieters sind üblich.

  • Ist die Registrierung abgeschlossen, beginnt auch schon die Suche: So zeigt eine Smartphone App an, wo das nächste freie Fahrzeug steht. Befindet sich ein Fahrzeug direkt in der Nähe, kann der Kunde dieses reservieren. Die Reservierung besteht in der Regel etwa 15 Minuten lang. In dieser Zeit muss der Fahrer das Auto erreichen, öffnen und somit einchecken.

  • Erfolgt die Reservierung und Buchung an einer festen Station, holt der Kunde das Auto dort ab und muss es an einer vereinbarten Station zurückbringen. Auch hier ist der Fahrer dafür verantwortlich, ein sauberes und akkurates Fahrzeug zurückzugeben.

  • Das Einloggen in ein Fahrzeug wird beim Free-Floating ebenfalls mit der Smartphone App erledigt. Hierüber erfolgt gleichzeitig die Abrechnung. Nach dem Buchen öffnet man das Auto über das Handy, die Fahrt kann nach nur wenigen Sekunden beginnen. Je nach Vertrag wird die zu bezahlende Gebühr nach gefahrenen Kilometern oder der Nutzungszeit berechnet. Berechnet wird der Endbetrag mittels Bordcomputer, welcher alle wichtigen Daten aufzeichnet.

  • Vor allem in Großstädten gibt es viele flexible Carsharing Anbieter wie MILES, Sixt Share, DriveNow oder car2go (jetzt zusammen SHARE NOW. In kleineren Städten hingegen stehen meist Carsharing Anbieter mit festen Stationen zur Auswahl.

Tipp: Um Anfangs einige Carsharing Anbieter zu testen und ein Gefühl für die Preisübersicht zu erhalten, empfiehlt sich zunächst die Buchung ohne eine Grundgebühr. Hierbei erfolgt die Abrechnung nach zeitlicher Nutzung oder Kilometern. Auch kann man sich dann problemlos bei mehreren Anbietern gleichzeitig anmelden, um eine höchstmögliche Abdeckung zu haben.

WeShare Berlin
Die meisten Autos können heute per Smartphone App geöffnet werden

Was kostet Carsharing?

Um einen groben Überblick über die Kosten von Carsharing zu erhalten, sind diese im Folgenden aufgeführt:

Wie bereits erwähnt, ist Carsharing im Vergleich zu einem eigenen Fahrzeug günstiger, solange die zurückgelegten Strecken und Nutzungszeiten unter einer bestimmten Rentabilitätsschwelle liegen. Diese liegt je nach Anbieter und Tarif in der Regel bei etwa 10.000 Kilometern. Bei einzelnen Carsharing Anbietern lohnt sich sogar ein Tarif bei bis zu 20.000 Kilometern Strecke.

Beispiel der Stiftung Warentest:

Nimmt ein Kunde Carsharing in Anspruch und fährt insgesamt 5.000 Kilometer im Jahr, entstehen dabei monatliche Kosten von 138 Euro. Fährt er die gleiche Strecke von 5.000 Kilometern hingegen mit einem eigenen Fahrzeug, fallen Kosten in Höhe von 206 Euro pro Monat an.


Alle Fixkosten für Tanken und Versicherung sind enthalten

  • Nutzer von Carsharing Fahrzeugen müssen keine Anschaffungskosten für ein Auto, sowie damit verbundene Fixkosten wie KFZ-Steuer oder Versicherung bezahlen. Auch die Anmietung von einem Stellplatz oder einer Garage entfällt.

  • Während Kunden von Carsharing einige Tage oder sogar Wochen den Dienst nicht in Anspruch nehmen, erfolgt dementsprechend auch keine Berechnung einer fixen Pauschale

  • Einige Carsharing Anbieter berechnen lediglich eine einmalige Registrierungs-, bzw. Anmeldegebühr.

  • Auch bei einer möglichen Panne stehen Carsharing Kunden auf der sicheren Seite, da ein entsprechender Pannendienst in der Pauschale enthalten ist. Somit entfällt zusätzlich eine regelmäßig zu zahlende Pauschale für Verkehrsclubs.

  • Sobald ein Fahrzeug gebucht und geöffnet wurde, beginnt der Abrechnungszyklus. Dabei wird zwischen gefahrenen Kilometern bzw. gefahrener Zeit und Parkzeiten unterschieden.
DriveNow kostenlos fahren
Getankt wird immer auf Kosten des Anbieters. Die Preise sind in den Minuten- oder Kilometertarifen enthalten.

Beispiel für Free-Floating:

Minutenpreis fürs Fahren: 0,31 €
Minutenpreis fürs Zwischenparken: 0,19 €

Ist ein Autofahrer insgesamt 60 Minuten unterwegs und parkt davon 20 Minuten, entsteht ein Gesamtbetrag in Höhe von 16,20 € (40 Minuten Fahrzeit + 20 Minuten Parkzeit).


Tipp für Sparer: Per Vorkasse zahlen oder Stunden buchen

Wer geschickt vorgeht, kann bei einigen Carsharing Anbietern und bestimmten Tarifen langfristig Geld sparen. Denn die oftmals angegebenen Minutenpreise für das Fahren und Parken sind keineswegs fix.

Einige Anbieter machen es möglich, dass man eine bestimmte Menge an Minuten im Paket kaufen und im Voraus bezahlen kann. Der Vorteil: Der Fahrer kann das Kontingent beliebig aufbrauchen und erhält die Fahrminuten im Komplettpaket wesentlich günstiger.

Auch das Buchen von Stunden- und Tagespaketen für längere Touren spart in der Regel Geld.


Die Zahl der teilnehmenden Städte und Gemeinden wächst stetig

Schon jetzt stehen in zahlreichen großen Städten und Gemeinden viele Carsharing Anbieter zur Auswahl und bieten ihre Dienste an. Laut Statistik vom Bundesverband für Carsharing waren es im Jahre 2017 etwa 600 Stück, was für sich spricht. Tendenz steigend.

Während einige Carsharing-Unternehmen mit Free-Floating vor allem auf Großstädte setzen, bieten kleinere Firmen ihre Dienste in Gemeinden über Stationen an. Daraus ergibt sich ein breit ausgebautes Netz, was Kunden und Interessenten zahlreiche Möglichkeiten anbietet.

Nicht nur die Wahl zwischen zahlreichen Tarifen ist für so manchen Fahrer schmackhaft. Auch das Angebot an unterschiedlichen Fahrzeugherstellern und deren Modellen kann sich sehen lassen. So stehen verschiedene Fahrzeugmodelle in beliebigen Größen zur Auswahl.

Wer überwiegend in Großstädten unterwegs ist und schnell ein paar Besorgungen erledigen möchte, für den eignet sich ein Kleinwagen hervorragend. Hiermit fallen die Fahrt im Berufsverkehr sowie das Einparken in enge Parklücken um einiges leichter. Wer mit mehreren Personen einen Ausflug an einen entfernten Ort unternehmen möchte, kann sich darüber hinaus für größere Fahrzeuge entscheiden. Selbst ausgefallene Karosserien wie ein Cabriolet bieten sich für eine sonnige Fahrt unter freiem Himmel an.


Attraktive Fahrzeugmodelle und hochwertige Ausstattungen

Nicht nur die Flotten mit zahlreichen Fahrzeugen in unterschiedlichen Größen können sich sehen lassen. Auch die Ausstattungen bieten einen großen Vorteil für Kunden, da diese alles Wichtige mit sich bringen. So sind beispielsweise eine komfortable Klimaanlage oder ein Navigationssystem standardmäßig integriert, um schnell und einfach zum nächsten Ziel zu navigieren.

Auch hochwertige Fahrzeuge wie Audi oder BMW werden oft angeboten

Der richtige Carsharing Anbieter vor Ort

Oftmals kann es durchaus hilfreich sein, sich im Vornherein über die Angebote verschiedener Carsharing Dienstleister zu informieren. Diese lassen sich gegebenenfalls sogar hervorragend kombinieren.

Möchten sich Interessenten beispielsweise für einen stationsbasierten Anbieter entscheiden, ist die Frage, wie weit die nächste Station wirklich entfernt ist. Bei einer zu weiten Anreise ist der Nutzen nicht mehr gegeben, weshalb eine übersichtliche Karte vom aktuellen Carsharing-Netz mit allen verfügbaren Stationen hilft. Diese bieten einige Städte bereits an. Vergleiche die Anbieter am Markt auch einfach mit unserem Carsharing Vergleich.

Legen Fahrer kürzere Strecken zurück und haben keine Rückreise geplant, eignet sich Free-Floating schon eher. Wer aber ganz genau weiß wo die Reise hingeht und Hin- sowie Rückreise einplant und zwischenzeitlich länger parkt, für den ist Carsharing an einer Station interessanter.

Deshalb: Um den richtigen Carsharing Anbieter vor Ort zu finden, ist es sinnvoll sich bei mehreren Diensten zu registrieren und Angebote zu vergleichen. Hier lassen sich Nutzen, Zweck und die zu fahrende Strecke miteinander vergleichen. Andernfalls könnte sogar ein einfacher Mietwagen noch attraktiver sein, falls das Auto länger als drei Tage benötigt wird.


Alternative: Privates Carsharing

Carsharing bezieht sich nicht ausschließlich nur auf kommerzielle Dienste und Anbieter. Darüber hinaus gibt es auch die Möglichkeit, Fahrzeuge bei privaten Nutzern auszuleihen. Dann ist vom privaten Carsharing die Rede.

Über bekannte Onlineplattformen wie beispielsweise Snappcar erhalten Interessenten die Möglichkeit, nach einem Fahrzeug in der eigenen Umgebung zu suchen. Die jeweilige Privatperson gibt auf seinem Inserat alle wichtigen Informationen und die Konditionen an. Mit dabei sind unter anderem Preise für einen halben oder ganzen Tag, sowie für eine bestimmte Anzahl an Stunden.

Privates Carsharing lohnt sich vor allem dann, wenn Fahrer längere Strecken über mehrere Tage zurücklegen. So beispielsweise, um mit der Familie über ein langes Wochenende zu verreisen. Sind lediglich kurze Strecken innerhalb von beispielsweise 3 Stunden zurückzulegen, ist in diesem Falle das kommerzielle Carsharing mit Free-Floating weitaus attraktiver.

Darüber hinaus kann privates Carsharing interessant sein, wenn lokale kommerzielle Anbieter wie SHARE NOW und Co. komplett ausgebucht oder schlicht in der eigenen Stadt nicht verfügbar sind. Auch hiermit lassen sich dann spontane Tagestouren zurücklegen und der Wagen kann am Ende des Tages wieder zurückgegeben werden. Beispiele für private Vermittlungen sind etwa getaround oder Snappcar.